s'Fässle Oberkirch

UNSERE WURZELN

Ursprünglich. Robust.

Naja, das Schlachten überlassen wir heutzutage Anderen; Gäste zu verköstigen bleibt hingegen das, was wir am liebsten tun.

Angefangen hat alles aber unter anderen Umständen.
Als Werner Graf das Fässle im Jahre 1920 erstmals für Gäste öffnete, waren die Zeiten andere und das Leben beschwerlich. Es war eine Ära, gekennzeichnet von Entbehrung und Aufopferung, voll harter aber auch ehrlicher Arbeit – Tag für Tag. Denn was heute Tradition ist, wurde damals aus der Not heraus geboren und musste vor allem eines: seinen Zweck erfüllen!

So ließen viele Stammgäste zum Monatsende hin, Deckel anschreiben, die sie mit ihrem kommenden Lohn sogleich beglichen. Es entstand quasi Buchgeld und eine Kneipe oder ein Restaurant war vielerorts eine Art Ersatzbank, ganz ohne Fachchinesisch und Zinseszins.

Vielleicht lässt sich hier schon erkennen, dass wir unseren Blick am liebsten nach vorne richten, der Zukunft entgegen. Denn diese bringt uns tolle Sachen, wie zum Beispiel Pommes Frites! Ganz recht, Pommes!

So war es Oma Hilde, die auf einem ihrer seltenen Urlaube, den Wert moderner Küchenausstattung erkannt hatte. Als damals eines von sehr wenigen Restaurants servierten wir goldbraune Pommes frisch aus der Fritteuse, mit welcher die wohl klassischste aller Beilagen erstmals Einzug in Oberkirch fand.

In diesem Sinne sind wir froh, unseren Beitrag zu einem der Gerichte geleistet zu haben, das heute gar nicht mehr wegzudenken ist, nämlich zum guten alten Schniposa – besser bekannt als Schnitzel mit Pommes und Salat. Apropos Salat, kennen Sie unser Dressing? Auch das entstand vor über 60 Jahren, und wir haben das Rezept bis zum heutigen Tag nicht verändert. Diese scheinbare Kleinigkeit hilft uns tagtäglich ein gängiges Gericht geschickt zu garnieren. Es ist sozusagen unsere persönliche Kirsche auf dem Sahnehäubchen.

Doch ist ein gutes Essen nicht so gut, wenn man es nicht teilen kann. Weswegen der Begriff „Restaurant“ im eigentlichen Sinne zu kurzgefasst ist, um das zu beschreiben, was wir sind. Ein Ort des Zusammenkommens, des Austausches, der Spiele, ja auch ein Forum für verschiedenste Meinungen, die in teils hitzigen Diskussionen über das Leben, die Frauen, die Politik und letzten Endes auch der Gretchenfrage endeten. Dass dies nicht immer gut ausging, ist klar! Davon zeugte so manches Veilchen, das entstand nachdem ein Glas dem anderen folgte, bis es schließlich eins zu viel war. Wie auch immer es war, es war nie aller Tage Abend.

Denn vergeben wurde auch. Und so hoben selbst die Streithähne alsbald wieder ihre Gläser, lachten, tranken und erfreuten sich an alldem, was unser Leben schön und aufregend macht, stets in bester Gesellschaft, von der Weimarer Republik bis in die Gegenwart.

Und genauso soll’s weitergehen.